Scheisse endlich vom Fuß!

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Die Herren übertreffen sich zum Saisonabschluss noch einmal selbst und gewinnen zu Hause gegen den SV Lok Nordost II am Ende sicherlich nicht völlig glücklos mit 3:2 (2:1) und klettern in der Tabelle wieder auf Platz 5 nach oben.

Nach erschreckend schwacher Leistung am vergangenen Wochenende hatte man trotzallem noch den Dreier geholt. Heute würde das sicherlich nicht ganz so einfach laufen, denn mit der Zwoten des SV Lok Nordost kam immerhin der aktuelle Vierte der Tabelle nach Seehausen. Mit der Einstellung der Vorwoche würde man heute sicherlich die Hütte voll bekommen, man musste sich also um 180 Grad drehen, um hier nicht unter die Räder zu kommen, auch wenn man heute wieder einmal nur in Notbesetzung auflief.

Die Gäste hatten sich aber offenbar auch einiges vorgenommen, denn die Anfangsphase der Begegnung gehörte klar dem SV Lok Nordost. Bereits in der neunten Minute geriet man dann auch schon in Rückstand, als man einem Freistoß aus spitzem Winkel nur zuschauen konnte, wie sich dieser in den Maschen senkte. Zugegebenermaßen ein klasse Treffer, der den Gegner nicht ganz zu unrecht in Führung brachte. Seehausen steckte aber den Kopf nun nicht gleich in den Sand und hatte nur wenige Minuten später direkt die passende Antwort parat. Angreifer Oliver Friedrich setzte sich im Strafraum durch und erzielte den Ausgleich zum 1:1. Das Spiel ging also wieder von Null los und die Gastgeber schienen endlich in der Begegnung angekommen zu sein. Das Geschehen entwickelte sich nun recht ausgeglichen und auf beiden Seiten sah man durchaus vielversprechende Möglichkeiten. Sicherlich hatten die Gäste weiterhin eine leichte Überhand im Spiel, doch die Hausherren waren dran und ließen sich die Butter nicht vom Brot nehmen. Ganz im Gegenteil, vor der Pause setzte man einen weiteren bitteren Stich. Nach einem langen Einwurf an der Mittellinie von Enrico Keetman kam erneut Stürmer Oliver Friedrich an die Pille, behauptete das Leder und netzte zum 2:1 für Seehausen! Ein ganz wichtiges Ding vor der Halbzeit, dass die Gastgeber mit stolz geschwellter Brust in die Unterbrechung gehen ließ.

Bisher machte man bei weitem kein schlechtes Spiel. Die Führung kam sicherlich überraschend, aber man kämpfte verbissen und hatte sich die beiden Treffer durchaus verdient. Es blieb nun nur zu hoffen, dass im zweiten Gang nicht wieder der obligatorische Einbruch im Seehausener Spiel kommen würde. Leider war dem aber doch so! Die Gäste schäumten nun natürlich und wollten unbedingt das Ding hier wieder drehen. Die Mockauer machten nun deutlich mehr Druck und bei den Gastgebern stand man in der Defensive ständig unter Strom und auch im Mittelfeld zeigten sich erste Auflösungserscheinungen. Man hatte nun gut zu tun und musste beissen, doch der Ausgleich für Lok Nordost schien nur eine Frage der Zeit zu sein. Immerhin bis zur 67. Minute konnte man sich aber wehren, ehe es dann doch zum 2:2 einschlug. Gute 25 Minuten standen noch auf der Uhr und erste Befürchtungen keimten auf, dass das Spiel hier doch noch aus dem Ruder laufen könnte, doch die Gastgeber kniffen die Arschbacken noch einmal zusammen und boten Paroli. Seehausen wurde nun selbst wieder angriffslustiger und wollte zumindest den einen Punkt mitnehmen. Die Zeit strich dahin und die Gäste vergaben einige gute Chancen und beschwerten sich statt dessen lieber über den Schiedsrichter, so dass die Punkteteilung in greifbare Nähe rückte. Die Partie wurde zum Kraftakt und auch sportlich eher unschön, doch am Ende überschlugen sich dann die Ereignisse. Seehausen schlug hinten die Bällen nur noch nach vorn und versuchte die eigenen Spitzen zu bedienen. Kurz vor Toreschluss fand so ein Ball Oliver Friedrich weit in der gegnerischen Hälfte unbedrängt von Gegenspielern. Der Schlussmann der Gäste hatte allerdings nichts besseres zu tun, als nach dem Schiedsrichter zu schreien und aus dem Gehäuse zu stürmen, Stürmerfuchs Friedrich nutzte diese Unachtsamkeit schamlos aus und zirkelte in der 88. Minute das 3:2 für Seehausen in die Maschen! An der Linie stand man auf beiden Seiten nun aus den unterschiedlichsten Gründen Kopf! Der Gegner sah nun natürlich seine Felle davonschwimmen, ging verbal unter die Gürtellinie und warf noch einmal alles nach vorn, die Hausherren hingegen machten hinten dicht und retteten die Führung über die verbleibenden Minuten und feiern damit noch einmal einen ganz wichtigen Achtungserfolg kurz vor der Winterpause.

In der Summe natürlich auch ein glücklicher Sieg, der aufgrund der kämpferischen Leistung aber sicherlich nicht unverdient daherkommt. Die Mannschaft und vorallem Angreifer Oliver Friedrich haben heute endlich mal wieder gezeigt zu was man eigentlich im Stande ist, wenn man sich nur zusammenreisst und auf das eigene Spiel konzentriert. Vielleicht kann an den Schub aus diesem Spiel über den Winter mit in die Rückrunde retten, dann hat man vielleicht doch noch einmal die Möglichkeit oben ein Wörtchen mitzureden.

Startaufstellung
Trikotnummern
1 Steffen Gähler 7 Sven Schlossus 13 Christian Spieß
4 Daniel Hesse 9 Michael Walther 15 Patrick Bönisch
5 Marcel Dietzschold 10 Frank Hoffmann 17 Enrico Keetman
6 Alexander Frank (MK) 11 Oliver Friedrich 18 Jona Wendt
Spielstatistik
Torreihenfolge
0:1 Lok Nordost II (9.) 2:2 Lok Nordost II (67.)
1:1 Oliver Friedrich (13.) 3:2 Oliver Friedrich (88.)
2:1 Oliver Friedrich (40.)
Karten
9 Michael Walther (7.)
11 Oliver Friedrich (21.)
17 Enrico Keetman (58.)
5 Marcel Dietzschold (78.)
7 Sven Schlossus (86.)
Einwechselung Minute Auswechselung
13 Christian Spieß (80.) 18 Jona Wendt
Bilder